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Philipp Odernheimer
Mitgründer von Rucksackspende
Master of Science

Odernheimer Philipp | Schönweitz Raphael |
Reh Martin

www.rso-shift.com

Solarthermie trifft Medizintechnik

Mit ihrem medizinischen Rucksack haben drei  ehemalige Kasseler Studenten, die Ingenieure Philipp Odernheimer und  Raphael Schönweitz und sowie der Wirtschaftswissenschaftler Martin Reh, seit 2012 bei mehreren Gründer- und Ideenwettbewerben überzeugt. Für ihre technische Werkstatt, zugleich das Entwicklungslabor des Unternehmens,  haben die Existenzgründer im Gewerbepark Kadruf optimale Rahmenbedingungen gefunden. Auf dem Weg zur Marktreife käme jetzt ein starker Partner aus der Industrie sehr gelegen.

Herr Odernheimer, was macht Rucksackspende?

Die moderne Medizin, Ärzte und Medizintechnik, treffen in Entwicklungsländern oft auf katastrophale hygienische Rahmenbedingungen. Vor allem auf dem Land fehlt es oft an sauberem Wasser und Strom, was konventionelle Sterilisatoren (sog. Autoklaven) dringend benötigen. Mit dem von uns entwickelten medizinischen Rucksack lassen sich chirurgische Instrumente alleine mit Hilfe von Sonnenenergie zuverlässig sterilisieren. Das Gerät produziert also sowohl sein Prozesswasser als auch die für die Sterilisation notwendige Energie selbst. Und steriles medizinisches Werkzeug ist überall auf der Welt die Voraussetzung erfolgreicher Wundbehandlung und Infektionsvermeidung  – auch dort wo es weder sauberes Wasser noch Strom gibt.

Wie kommt man auf eine solche Idee?

Unser Team hat die schlechte medizinische Versorgung in Tansania hautnah miterlebt, diese Bedingungen wollten wir verbessern. Ich bin studierter Maschinenbauer, Energieeffizienz hat mich schon immer fasziniert. Energieautonomie ist letztlich eine Frage der Energieeffizienz. Unser medizinischer Rucksack ist nicht nur ein medizintechnisch sinnvolles, mobiles Gerät – sondern vielleicht auch die effizienteste solarthermische Anwendung, die es derzeit gibt. Das entspricht unserer Vorstellung, die Welt in der wir leben durch angepasste Technik lebenswerter zu machen – statt lediglich unsere beruflichen Qualifikationen zu vermarkten.

Gründung erfolgreich, wie geht es weiter?

Unsere Rahmenbedingungen zum Start waren im Rückblick betrachtet fast optimal, zumal sich unsere Kompetenzen ideal ergänzen. Wir haben erfolgreich an mehreren Startup- und Ideen-Wettbewerben teilgenommen und über EXIST Gründerstipendium eines der seltenen Jahresstipendien erhalten. Das schafft ein wenig finanziellen Spielraum für die weitere Entwicklungsarbeit, die Presse berichtete. In der zweiten Phase,  in der wir jetzt sind, trifft man auf Herausforderungen, mit denen man schlicht nicht gerechnet hat. Derzeit arbeiten wir an der medizinischen Zulassung für unseren Rucksack. Ein erfahrener Partner aus der Industrie käme uns jetzt sehr gelegen – er muss allerdings unsere Ziele teilen.

Wie kamen Sie auf den Gewerbepark Kadruf?

Existenzgründer müssen Kosten optimieren. Der Industrie- und Gewerbepark Kadruf lag seinerzeit in einem Fördergebiet, die Miete ist günstig, die Technik stimmt – und der Vermieter hat uns von Anfang an auch wohlwollend unterstützt. Kadruf bietet damit den optimalen Kontext für unsere technische Entwicklungsarbeit. Pakete werden angenommen, Hausmeister und Vermieter sind ansprechbar und zur Not wird auch mal mit dem Stapler ausgeholfen. Wir fühlen uns bei Kadruf sehr wohl.