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Die Kasseler Druckerei und Färberei AG (abgek. KADRUF
AG) ist aus einer der ältesten deutschen Stoffdruckereien, der Firma
Friedrich Engelhardt, gegründet am 28.08.1763, hervorgegangen. Die
handwerklichen Anfänge muss man jedoch noch früher ansetzen. Bereits am
24.07.1751 heiratete der Firmengründer Johann Justus Engelhardt in der
reformierten Gemeinde der Unterneustadt Kassel. Nach den damaligen
Gepflogenheiten ist es zu vermuten, dass er mit seiner Meisterwerdung
und Niederlassung auch geheiratet hat.
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Jedoch darf das Augustende 1763 insofern als
Gründungsdatum gelten, da um diese Zeit in Kassel die erste Herbstmesse
gehalten wurde, aus deren Anlass auch mehrere Verkaufsanzeigen in der
"Casselischen Policey und Commercien-Zeitung" erschienen. In
dieser Zeit fasste der Gründer den Entschluss, von der Färberei zum
Blaudruck überzugehen.
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Sein Sohn Johann
Heinrich Engelhardt übernahm den Betrieb nach dem Tode des Gründers im
Jahre 1781. Er war ein angesehener Handwerker und fünf Jahre
Gildemeister der Färbergilde. Er hinterließ seinem Sohn Friedrich
Engelhardt (I) einen soliden Handwerksbetrieb. Der notwendige Rohnessel
wurde in Fürstenhagen hergestellt. Hier arbeiteten 80 Webstühle für das
Unternehmen. Als erster unter den Blaudruckern ließ er seine Kunden von
Reisenden besuchen. Ebenso war er auf der Leipziger
Industrieausstellung von 1850 vertreten.
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Ab 1861 führte Conrad
Engelhardt den Betrieb nach dem Tode seines Vaters weiter. Er hatte das
Polytechnikum in Kassel besucht und in Zürich Chemie studiert. 1868 gab
er die handwerklichen Methoden auf und ging zum maschinellen Betrieb
über. Die Weberei in Fürstenhagen wurde aufgegeben.
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1894 starb Conrad
Engelhardt. Sein Sohn Friedrich Engelhardt (II) musste bereits 1897 die
alten Betriebsräume aufgeben, da sie zu eng geworden waren. Östlich des
damals noch selbständigen Dorfes Bettenhausen wurde ein neuer Betrieb
aufgebaut, dem die Wasserkraft der Losse zur Verfügung stand. Die
Produktion wurde ausgeweitet und bis zum Ersten Weltkrieg erlebte die
Engelhardtsche Blaudruckerei wirtschaftlich erfolgreiche Jahre. Nach
Weltkrieg und Inflation entschied sich der fast siebzigjährige
Friedrich Engelhardt, das Unternehmen an die Rudolph Karstadt AG zu
verkaufen.
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Mitte 1933 erfolgte
die Umwandlung in ein selbständiges Unternehmen, der Kasseler Druckerei
und Färberei AG, mit einem Stammkapital von 2,4 Millionen Reichsmark.
In dieser Zeit galt das Unternehmen als modernste Stoffdruckerei in
Deutschland mit über 400 Beschäftigten.
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Im Zweiten Weltkrieg
wurde das Werk zu 50 % zerstört. Sämtliche Musterbücher und Unterlagen
wurden vernichtet. Durch die Zonengrenzziehung gingen die
traditionellen Absatzgebiete verloren.
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Nach dem Wiederaufbau
erlebte das Unternehmen nochmals erfolgreiche Jahre. Millionen wurden
in Werkhallen und Maschinen investiert. 1960 wurden über 600 Arbeiter
und Angestellte beschäftigt. Als einer der ersten Betriebe besaß die
Kadruf eine EDV-Anlage vom Computererfinder Conrad Zuse.
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Die durch fehlende
Wirtschaftspolitik verursachte Textilkrise sowie Bankenintrigen sorgten
im Jahre 1965 für ein jähes Ende des Druckerei- und Färbereibetriebes.
Im entscheidenden Augenblick wurden von staatlicher Seite die
zustehenden Zonenrandkredite verwehrt. Der Produktionsbetrieb wurde
aufgegeben und der Maschinenpark verkauft.
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