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Die Kasseler Druckerei und Färberei Aktiengesellschaft ist aus einer der ältesten deutschen Stoffdruckereien hervorgegangen. Seit 1965 beschäftigt sich die Kadruf AG mit der Vermietung von Gewerberäumen auf eigenem Gelände.

 

 

Name der Gesellschaft

:

Kasseler Druckerei und Färberei AG

Rechtsform

:

Aktiengesellschaft

Sitz

:

Kassel

Handelsregister

:

Kassel, HRB 2085

Vorstand

:

Guido Bour

Aufsichtsrat

:

Renate Bour (Vorsitzende), Jacques Bour

 

Die Kasseler Druckerei und Färberei AG (abgek. KADRUF AG) ist aus einer der ältesten deutschen Stoffdruckereien, der Firma Friedrich Engelhardt, gegründet am 28.08.1763, hervorgegangen. Die handwerklichen Anfänge muss man jedoch noch früher ansetzen. Bereits am 24.07.1751 heiratete der Firmengründer Johann Justus Engelhardt in der reformierten Gemeinde der Unterneustadt Kassel. Nach den damaligen Gepflogenheiten ist es zu vermuten, dass er mit seiner Meisterwerdung und Niederlassung auch geheiratet hat.

 

Jedoch darf das Augustende 1763 insofern als Gründungsdatum gelten, da um diese Zeit in Kassel die erste Herbstmesse gehalten wurde, aus deren Anlass auch mehrere Verkaufsanzeigen in der "Casselischen Policey und Commercien-Zeitung" erschienen. In dieser Zeit fasste der Gründer den Entschluss, von der Färberei zum Blaudruck überzugehen.

 

Sein Sohn Johann Heinrich Engelhardt übernahm den Betrieb nach dem Tode des Gründers im Jahre 1781. Er war ein angesehener Handwerker und fünf Jahre Gildemeister der Färbergilde. Er hinterließ seinem Sohn Friedrich Engelhardt (I) einen soliden Handwerksbetrieb. Der notwendige Rohnessel wurde in Fürstenhagen hergestellt. Hier arbeiteten 80 Webstühle für das Unternehmen. Als erster unter den Blaudruckern ließ er seine Kunden von Reisenden besuchen. Ebenso war er auf der Leipziger Industrieausstellung von 1850 vertreten.

 

Ab 1861 führte Conrad Engelhardt den Betrieb nach dem Tode seines Vaters weiter. Er hatte das Polytechnikum in Kassel besucht und in Zürich Chemie studiert. 1868 gab er die handwerklichen Methoden auf und ging zum maschinellen Betrieb über. Die Weberei in Fürstenhagen wurde aufgegeben.

 

1894 starb Conrad Engelhardt. Sein Sohn Friedrich Engelhardt (II) musste bereits 1897 die alten Betriebsräume aufgeben, da sie zu eng geworden waren. Östlich des damals noch selbständigen Dorfes Bettenhausen wurde ein neuer Betrieb aufgebaut, dem die Wasserkraft der Losse zur Verfügung stand. Die Produktion wurde ausgeweitet und bis zum Ersten Weltkrieg erlebte die Engelhardtsche Blaudruckerei wirtschaftlich erfolgreiche Jahre. Nach Weltkrieg und Inflation entschied sich der fast siebzigjährige Friedrich Engelhardt, das Unternehmen an die Rudolph Karstadt AG zu verkaufen.

 

Mitte 1933 erfolgte die Umwandlung in ein selbständiges Unternehmen, der Kasseler Druckerei und Färberei AG, mit einem Stammkapital von 2,4 Millionen Reichsmark. In dieser Zeit galt das Unternehmen als modernste Stoffdruckerei in Deutschland mit über 400 Beschäftigten.

 

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Werk zu 50 % zerstört. Sämtliche Musterbücher und Unterlagen wurden vernichtet. Durch die Zonengrenzziehung gingen die traditionellen Absatzgebiete verloren.

 

Nach dem Wiederaufbau erlebte das Unternehmen nochmals erfolgreiche Jahre. Millionen wurden in Werkhallen und Maschinen investiert. 1960 wurden über 600 Arbeiter und Angestellte beschäftigt. Als einer der ersten Betriebe besaß die Kadruf eine EDV-Anlage vom Computererfinder Conrad Zuse.

 

Die durch fehlende Wirtschaftspolitik verursachte Textilkrise sowie Bankenintrigen sorgten im Jahre 1965 für ein jähes Ende des Druckerei- und Färbereibetriebes. Im entscheidenden Augenblick wurden von staatlicher Seite die zustehenden Zonenrandkredite verwehrt. Der Produktionsbetrieb wurde aufgegeben und der Maschinenpark verkauft.

 

 

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